Antiek & Curiosa
Schwer gegossener Karyatiden- oder Hermesssäulenfuß aus Messing mit Janus-Kopf – Stil des 17./18. Jahrhunderts
Schwer gegossener Karyatiden- oder Hermesssäulenfuß aus Messing mit Janus-Kopf – Stil des 17./18. Jahrhunderts
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Schwer gegossener Gelbmessing-Karyatiden- oder Hermenschaft mit Januskopf – Stil des 17./18. Jahrhunderts
Intrigierendes, schwer ausgeführtes antikes Gelbmessing- (Messing/Bronze-) Skulpturfragment von 591 Gramm, ursprünglich als zentrales Schaftstück eines großen Altarleuchters, Wandleuchters oder einer orthodoxen Kirchenkrone gefertigt. Das Objekt ist in der ausdrucksstarken Formensprache des Manierismus des 17. Jahrhunderts und des Frühbarock gestaltet und bildet dank seiner kraftvollen Plastizität, des dickwandigen Gusses und der alten Patina für sich genommen ein prachtvolles Kunstkammerobjekt.
Ikonografie und Gestaltung Die Figur ist beidseitig (wie ein Januskopf) gestaltet, sodass sie aus jedem Blickwinkel in einer freistehenden Aufstellung bewundert werden konnte:
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Der Kopf: Beide Seiten zeigen ein ausdrucksstarkes, stilisiertes Gesicht mit großen mandelförmigen Augen, gelockten Haarsträhnen und einem charakteristischen hängenden Schnurrbart. Auf dem Kopf ruht ein profilierter zylindrischer Aufsatz.
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Zwei unterschiedliche Vorderseiten: Der Torso ist asymmetrisch und auf beiden Seiten unterschiedlich verziert. Die eine Seite erinnert an eine klassische Herme oder Karyatide mit kräftig eingerollten Schultervoluten und einem mit Rautenmuster schraffierten Bruststück. Die andere Seite zeigt einen gewölbten Brustkorb mit dem eingravierten byzantinisch-serbischen Feuerstahlkreuz (Tetragrammaton oder Ocilo: ein Kreuz, flankiert von vier Halbmonden/Feuerstählen), was auf eine Herkunft aus der orthodoxen Kirchenkunst Südosteuropas / des Balkans hinweist (Einflusssphäre des Habsburger- und Byzantinischen Reiches).
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Gedrehter Schaft: Unterhalb des gefältelten Gürtels und des geschuppten Röckchens (Lambrequin) geht der Unterkörper in zwei umeinander verschlungene, spiralig gedrehte Schlangenbeine (Torse) über, die unten in Voluten auf einem zylindrischen Kragen enden.
Technik und Konstruktion Das Stück wurde handwerklich in einer zweiteiligen Sandform mit dicken Wandungen gegossen (die feine vertikale Formnaht ist an den Flanken noch gut sichtbar) und nach dem Guss kalt mit Stichel und Feile nachbearbeitet (ziseliert). Die Stirnflächen oben und unten weisen authentische konzentrische Drehspuren einer frühen Drehbank auf.
Über die gesamte Länge verläuft eine gerade, hohle Durchbohrung (ca. 8–9 mm Durchmesser), durch die ursprünglich die geschmiedete eiserne Kernstange (Dorn) des Leuchters oder der Krone geführt wurde. Dank dieser durchgehenden Öffnung lässt sich das Stück ganz einfach – ohne Bohren oder Kleben – auf einem Stiftständer oder einem kleinen Sockel aus Holz oder Naturstein aufstellen.
Technische Daten & Zustand
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Material: Dickwandig gegossenes Gelbmessing / Bronze mit einer schönen, warmen Alterspatina und Spuren von Grünspan in den tiefer liegenden Partien.
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Datierung: Spätes 17. bis 18./frühes 19. Jahrhundert (traditionell nach einem frühbarocken Vorbild des 17. Jahrhunderts gegossen).
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Herkunft: Mittel- / Südosteuropa (Balkan / Donauraum).
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Höhe: ca. 27 cm.
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Durchmesser der Passflächen: ca. 2,2 cm (Innendurchmesser der Durchbohrung ca. 8–9 mm).
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Gewicht: 591 Gramm.
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Zustand: Sehr guter, authentischer und unberührter Zustand mit schönen Alters- und Gebrauchsspuren (darunter leichte Abnutzungsspuren des ursprünglichen Eisendorns an den Stirnseiten).
Aktie
